Trotz des aktuellen Teil-Lockdown bleiben die Zahlen der Corona-Neu-Infektionen insbesondere auch bei uns in NRW erschreckend hoch. Große Hoffnung wird auf die Impfung gesetzt. Wenn sich möglichst viele Menschen und insbesondere die Angehörigen der zahlreichen Risikogruppen impfen lassen, könnte eine Herden-Immunität erreicht und die Pandemie beherrschbar werden.

Nun stehen drei Impfstoffe zur Zulassung an. Bei vielen CED-Patienten besteht eine Verunsicherung, ob es im Hinblick auf die vorliegende Darmerkrankung sinnvoll ist, sich impfen zu lassen. Die SHG-Oberberg hat den Ltd. Oberarzt am Klinikum Oberberg, KKH Waldbröl, Herrn Dr. med. Carsten Ising, der unserer Selbsthilfegruppe schon mehrfach mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, um Stellungnahme zu dieser Frage gebeten.

Da dieses Thema auch über unsere Gruppe hinaus von großem Interesse ist, geben wir nachfolgend die Antwort von Dr. Ising bekannt:

„Prinzipiell ist es für alle CED Patienten mit immunsuppressiver Therapie sinnvoll, dass sie eine Coronaimpfung machen lassen, weil sie nach meiner Meinung zur Risikogruppe gehören. Da es sich bei den bisherigen Impfstoffen nicht um Lebendimpfstoffe handelt (und auch die zukünftigen Impfstoffes es wahrscheinlich auch nicht sein werden), können und sollten diese Patienten sich impfen lassen.
Bei CED Patienten mit nur leichter Erkrankung und nicht-immunsuppressiver Therapie würde ich diese Patienten nicht zum Risikokollektiv zählen. Bei diesen Patienten gibt es zumindest keine vordringliche Indikation zur Impfung.
Dann spielt nicht die CED die entscheidene Rolle, ob man sich impfen lässt oder nicht, sondern die anderen individuellen Risikofaktoren.
Natürlich muss die Impfindikation im Zweifel mit dem Hausarzt oder Gastroenterologien überprüft werden.“